Was (er)nährt uns?

Hochschule Neubrandenburg will Kunst und regionale Lebensmittelerzeugung zusammenbringen

Was verbindet Künstlerinnen und Künstler mit der Produktion von Lebensmitteln? Ist es der Genuss oder ganz einfach die Ernährung? Oder sind Lebensmittel nicht gleich Lebensmittel? Haben Kunstschaffende eine andere Vorstellung von dem Begriff als Produzenten?
„Was (er)nährt uns?“ ist die Frage, welche die Hochschule Neubrandenburg als Titel für einen Regionaltag gewählt hat, der am 2. Oktober auf dem Hochschulgelände stattfinden soll. Bis zum 25. Juni können sich Künstlerinnen und Künstler sowie kleine regionale Lebensmittelerzeuger aus der Mecklenburgischen Seenplatte und Vorpommern für die Teilnahme bewerben.

Mehr Sichtbarkeit für Künstler und regionale Produzenten

„In unserer Region leben sehr viele Künstler und Kulturschaffende, mit denen wir im Rahmen unseres Projektes in den Austausch kommen wollen und denen wir durch Veranstaltungen auch mehr Sichtbarkeit in der Region verschaffen wollen“, berichtet Maureen Grimm von der Hochschule Neubrandenburg. Ein ähnliches Ziel verfolgt ihr Kollege Christian Brechler mit kleinen Lebensmittelproduzenten. „In unserer Region werden seit Jahrhunderten Lebensmittel produziert. Dennoch sind gerade kleine Produzenten in der Fläche nur wenig sichtbar.“ Durch den Regionaltag wollen wir beiden Akteursgruppen die Möglichkeit geben, ihre Produkte und Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren, sich untereinander zu vernetzen und mit potentiellen Kunden und Interessierten ins Gespräch zu kommen“, so Christian Brechler, der an der Hochschule Neubrandenburg im Projekt „Reallabor Kleinproduzenten“ forscht und arbeitet. Ihm geht es vor allem darum, neue Möglichkeiten der Produktvermarktung für regionale Kleinproduzenten zu finden.

Maureen Grimm ist im Projekt HiRegion der Hochschule Neubrandenburg für den Dialog Hochschule-Gesellschaft: Kunst verantwortlich und Ansprechpartnerin für Künstlerinnen und Künstler, die sich am Regionaltag beteiligen möchten. Foto: Franziska Hauser

Gesellschaftlichen Wandel mitgestalten

Am Regionaltag soll sich deshalb eine breite Vielfalt zeigen. Mit dem Veranstaltungsort will die Hochschule zeigen, dass sie sich mit diesen Themen der Region intensiv beschäftigen. Als „Hochschule in der Region“ soll der gesellschaftliche Wandel aktiv mitgestaltet werden. So arbeitet das Hochschulteam im Projekt „HiRegion“ an neuen Formen der Mobilität im ländlichen Raum, der Stärkung von Familien, online-gestützten Formen der Bürgerbeteiligung, der digitalen Unterstützung von Kleinproduzenten, digitalen Lernformen in der Ausbildung und der Sichtbarmachung von Kunst- und Kulturorten als soziales Kapital.

Christian Brechler ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt “Reallabor Kleinproduzenten” der Hochschule Neubrandenburg. Foto: HS Neubrandenburg

„Wir wollten beim Regionaltag die Teilnehmer zur Auseinandersetzung mit dem Thema anregen. Deshalb haben wir auch eine etwas umfangreicheres Bewerbungsverfahren eingeplant“, berichtet Christian Brechler. So sind eine ausführlichere Beschreibung der Produkte und des Werdegangs der Erzeuger sowie ein Exposé über das künstlerische Wirken in der Region gewünscht.

Öffentlichkeit herzlich willkommen

„Das Angebot soll an diesem Tag interessant und vielfältig für alle gestaltet sein“, sagt Maureen Grimm. „Bewusst haben wir uns für einen Termin nach der Feierlichen Immatrikulation unserer Erstsemester entschieden, um ihnen direkt die Vielfalt der Region vor Augen führen zu können.“ Ein Wunsch, der von vielen Studierenden und Hochschulmitarbeitenden bereits geäußert wurde. „Aber auch die Öffentlichkeit ist am 2. Oktober ganz herzlich eingeladen, sich von dem kreativen Potential in der Region überzeugen zu lassen.“

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