Neubürger und Rückkehrer ließen sich von Museumsleiterin Prof. Dr. Andrea Rudolph (Mitte) die kulturgeschichtliche Bedeutung des Ortes und der Burg erklären. | Foto: Manuela Heberer

Neubürger der Mecklenburgischen Seenplatte treffen sich

Welcome Center organisiert Neubürgerstammtisch zum gemeinsamen Austausch und Vernetzung

Wo gibt es denn hier mal einen richtig guten Asiaten? Die scheinbar belanglose Frage bringt eine rege Diskussion in Gang noch bevor die eigentliche Veranstaltung begonnen hat. Von Neubrandenburg über Neustrelitz bis nach Waren – Erfahrungen aus verschiedenen Orten werden ausgetauscht, Pros und Kontras kundgetan. Genau um diesen Austausch zu alltäglichen Dingen unter Neubürgern anzukurbeln, organisiert das Welcome Center Mecklenburgische Seenplatte den sogenannten Neubürgerstammtisch an wechselnden Orten im Landkreis. Die fünfte Veranstaltung dieser Art fand Anfang März in der Burg Penzlin statt.

Zwölf Interessierte waren der Einladung an diesen besonderen Ort gefolgt. Darunter Zuzügler aus Berlin, Brandenburg, auch Österreich, vor allem aber Rückkehrer, die nach mehrjährigem Aufenthalt außerhalb MVs nun wieder in die Heimat zurückgekehrt sind, um hier sesshaft zu werden. „Einigen fällt es schwer, hier Fuß zu fassen, Menschen kennenzulernen“, weiß Stephanie Lubig vom Welcome Center. „Für diejenigen wollen wir eine Möglichkeit bieten, private Kontakte zu knüpfen und sich in gemütlicher Runde zu Fragen des Alltags in der Region auszutauschen.“

Abstieg in den Hexenkeller

Das Konzept ist erfolgreich: Aus einigen hier geschlossenen Bekanntschaften sind bereits gemeinsame Freizeitaktivitäten oder private Treffen entstanden. Ein weiterer Effekt ist das Kennenlernen des Landkreises. So finden die Stammtische immer an wechselnden Orten statt. Neubrandenburg, Demmin, Neustrelitz, diesmal in Penzlin. Dajana Vater, Projektleiterin des Welcome Centers, lebt selbst in Penzlin und ist davon überzeugt, dass man diese „wunderschöne kleine Stadt“ niemandem vorenthalten sollte. Und auch Bürgermeister Sven Flechner freute sich über die Gäste. Diese bekamen zunächst eine exklusive Führung durch die Burg und Teile des Hexenmuseums. Die Museumsleiterin Prof. Dr. Andrea Rudolph selbst gab einen Einblick in die kulturgeschichtliche Bedeutung des Museums für Alltagsmagie und Hexenverfolgungen in Mecklenburg. Immerhin seien hierzulande etwa 4.000 Menschen in Hexenprozesse hineingezogen worden. „Im Verhältnis zur relativ geringen Bevölkerungsdichte von 200.000 Menschen war das im 16./17. Jahrhundert ein sehr großer Anteil“, so die Wissenschaftlerin.

Eingang zur Burg Penzlin | Foto: Manuela Heberer

Der Abstieg in den Hexenkeller bildete für die Gäste ein kleines Highlight, bevor es zum gemütlichen Teil im Burgrestaurant überging. Ein reger Austausch fand stand, Kontakte wurden geknüpft, Tipps für gute Cafés und Läden verraten.

Von Manuela Heberer

Der nächste Neubürgerstammtisch ist in Planung. Mehr Infos finden sich auf der Webseite des Welcome Centers Mecklenburgische Seenplatte

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