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Kleine Farm mit großen Visionen

Beaumont Farm bei Penzlin ist Schulbauernhof und Lernort für nachhaltiges Leben

„Start up and fly“ lautete das Motto des GründerInnen-Wettbewerbs der IHK Neubrandenburg, den Luise Beaumont aus Freidorf bei Penzlin Ende August gewonnen hat. Ihre Vision von einem emissionsfreien Schulbauernhof, auf dem Kinder lernen, Ressourcen zu schonen und achtsam gegenüber Mitgeschöpfen zu sein, konnte die Jury überzeugen.

Von Abu Dhabi in die Mecklenburgische Seenplatte

Zusammen mit fünf Hunden, vielen Katzen, Hühnern und Enten, einem Pferd, zwei Eseln und Schafen lebt die 35-Jährige zusammen mit ihrem Mann Anthony und den beiden Kindern auf dem Hof, den sie schon aus ihrer Kindheit kennt. „Wenn ich früher in den Ferien meine Oma ein Dorf weiter besucht habe, verbrachte ich oft die meiste Zeit des Tages hier“, erzählt die gebürtige Thüringerin. Dennoch sollte es viele Jahre dauern, bis sie an diesen Ort ihrer Kindheit zurückkehrte. Nach dem Studium in Frankfurt/Oder zog es sie für einen Job nach Abu Dhabi. An der renommierten New York University baute sie dort ein Schreibzentrum auf – eine Arbeit, die ihr noch heute sehr am Herzen liegt. Sechs Jahre lebte sie mit ihrem Mann Anthony – ein Engländer, den sie während eines Studienaufenthalts in Neuseeland kennengelernt hatte – in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Beide Kinder kamen dort zur Welt.

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Auf ihrer Farm bietet Luise Beaumont verschiedenen Tieren ein Zuhause.
Foto: Manuela Heberr

Ökologischer Fußabdruck

Dann war sie zum Geburtstag der Oma nach Jahren mal wieder in Mecklenburg, gefeiert wurde auf dem Hof in Freidorf. Zufällig erfuhr sie von den Verkaufsabsichten der damaligen Betreiber – und entschied sich zum Kauf. Seit Mai 2018 wohnt die Familie nun hier, übernahm den laufenden Betrieb und hat viele eigenen Ideen mitgebracht. „Vor allem das Thema Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig“, sagt Luise Beaumont. „Jeder hinterlässt einen ökologischen Fußabdruck, aber jeder kann im täglichen Leben dafür sorgen, dass dieser nicht unnötig groß ist.“

Zweisprachige Feriencamps

Auf dem Hof, wo Schulklassen und Ferienkinder zum Teil zweisprachig mehrere Tage verbringen, gibt es dazu ganz verschiedene Angebote. Seifen gießen, Traumfänger aus Naturmaterial basteln, Malen mit Naturfarben, Wandern, Standup Paddling – all dies ist auf der Beaumont Farm möglich. Morgens startet der Tag mit dem Füttern der Tiere. Gemeinsam werden die Mahlzeiten zubereitet. In der Ferienzeit haben Luise und Anthony Beaumont alle Hände voll zu tun. Im Herbst und Winter bleibt dann Zeit für Schreibworkshops. Radfahrer nutzen die Ferienzimmer, Familien genießen das Hofleben in der Ferienwohnung. „Es ist so spannend, welche verschiedenen Menschen hier auf dem Hof zusammenkommen“, ist Luise Beaumont begeistert. Sie mag dieses Leben, schätzt den Austausch.

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Wo früher nur Wiese war, haben Luise und Anthony Beaumont einen Permakultur-Garten angelegt. Foto: Manuela Heberer

Permakultur und Recycling

Viele der Gäste packen auch mit an. So entstanden vor einer Weile zwei Camping-Duschen auf dem Gelände. Gerade wird ein Naturspielplatz zwischen Bäumen angelegt. In einem Mandala-Beet wächst saisonales Gemüse. „Wir wirtschaften hier nach den Prinzipien der Permakultur und nutzen natürliche Kreisläufe“, erzählt sie. „Aus Altpapier stellen wir selbst Feuerbriketts her. Bald wollen wir unseren Plastikmüll einschmelzen und neue Gebrauchsgegenstände daraus formen.“ Müllvermeidung und Recycling spielen eine sehr große Rolle auf ihrer Beaumont Farm. Dass sie mit diesen Ansätzen nun den Gründerinnenpreis gewonnen hat, freut sie sehr. Es gäbe einiges, was auf dem Hof gemacht werden müsste. Dafür kommen die 3.000 Euro Preisgeld gerade recht.

Von Manuela Heberer

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